Führerschein futsch – und was nun?

führerschein Wer seinen Führerschein verloren hat, der ärgert sich nicht selten grün und blau. Was war der Grund, nach Alkoholgenuss ins Auto zu steigen? Hat man sich dazu überreden lassen, noch ein Glas mehr zu trinken? Hat man sich einfach überschätzt, im Sinne von „Ich kann schon noch fahren“? Nicht ohne Grund ist das Fahren nach Alkoholgenuss verboten, passieren doch immer wieder Unfälle, die vermeidbar gewesen wären, wenn der Fahrer nüchtern hinter dem Steuer gesessen hätte. Wer dann in eine Polizeikontrolle kommt, hat nichts mehr zu lachen. Nicht immer jedoch ist Alkohol der Grund für eine MPU.

Es gibt Zahlen aus den letzten Jahren, nach denen knapp 100.000 Verkehrsteilnehmer zur MPU mussten. Mehr als 50 Prozent der MPUs wurden wegen Alkohols am Steuer angeordnet. Rund 20 Prozent der MPUs wurden wegen Dogendelikten verhängt. Immer noch knapp 16 Prozent der MPUs machten Drängler und Raser aus.

Vorgehen zur MPU

testWird eine MPU angeordnet, geschieht das entweder aufgrund erheblicher Bedenken,

ob der Fahrzeugführer körperlich und geistig dazu geeignet ist, hinter dem Steuer zu sitzen, oder der Prüfling hat umfassend bzw. wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder gegen Strafgesetze verstoßen.

Wenn man seinen Führerschein wiederhaben möchte, steht man sodann vor der MPU, genauer gesagt, der medizinisch-psychologischen Untersuchung. Sie beurteilt, ob derjenige, der den Antrag stellt, auch geeignet ist, ein Fahrzeug zu führen. Diese Untersuchung wird umgangssprachlich auch „Idiotentest“ genannt. Auch, wenn das herabsetzend klinkt, sollte man diese Prüfung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Man sollte sich vielmehr auf diesen Test sehr gut vorbereiten.

Zuständig für das MPU-Gutachten ist das Straßenverkehrsamt, dort wird dieses angefordert.

Danach muss man sich bei einer Begutachtungsstelle (diese kann man selbst auswählen) zur MPU anmelden und dann die Prüfung ablegen.

Kosten

Wie hoch die Kosten für die MPU sind, hängt davon ab, gegen welches Gesetz verstoßen wurde. Die Kosten sind in der Anlage zu § 1 Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr geregelt. Es ist infolgedessen nicht so, dass sie willkürlich festgelegt werden (das denken manche). Diese Gebühren sind somit entgegen der landläufigen Meinung keiner subjektiven Bewertung unterworfen, sondern sie sind festgeschrieben.

Zu diesen Gebühren kommen im Normalfall noch weitere Kosten für Screening und Gutachten hinzu. Hier muss der Verkehrssünder also tief in die Tasche greifen. Wenn er sich mehrerer Vergehen schuldig gemacht hat, erhöhen sich die Kosten selbstverständlich.

Erst, wenn ein positives Gutachten vorgelegt wird, ist die Führerscheinstelle dazu berechtigt, dem Absolvent den Führerschein wieder zu geben bzw. die Fahrerlaubnis zu erteilen. Im besten Falle hat der Fahrer dann gelernt, nicht wieder auffällig zu werden. Denn ein Verstoß gegen die verkehrsrechtlichen Vorschriften ist immer auch ein extremes Sicherheitsrisiko für Leib und Leben und kann im schlimmsten Fall zum Tode anderer Verkehrsteilnehmer führen.